Dienstag, 1. Mai 2012

Eine fürchterliche Zeitreise

Tag der Arbeit?! Dass ich nicht lache... Es müsste für mich "Tag der Ängste" heißen!

Früh heute morgen ging es ins Auto und ich war schon ganz aufgeregt, weil mich dann immer etwas Schönes erwartet. Wir hielten nach einiger Zeit mitten auf einer Wiese an, was ich schon ein bisschen merkwürdig fand. Gut gelaunt und mit einer gewissen Vorfreude schlossen wir uns der kleinen Menschenmenge an, die in Richtung einer Burg lief. Ich liebe Ausflüge!

Dass es aber weniger ein Ausflug als eine Zeitreise werden würde, damit hatte ich nicht gerechnet. Es war, als wären wir plötzlich einige hundert Jahre in der Vergangenheit gelandet: Aus weißen Leinenzelten kamen müde Menschen gekrabbelt, nackte Oberkörper wurden am Fluss und an öffentlichen Bottichen gewaschen, überall rauchten und qualmten kleine Herdfeuer und die Menschen waren merkwürdig angezogen. Nicht selten baumelte ein großes, langes, Ding aus Eisen an den Gürteln der Männer. Sowas kann einem Airedale leicht ins Auge gehen!

Pünktlich um die Mittagszeit fand ein Ritterturnier statt. Die letzten Minuten vor Beginn nutzte ich, um hinter meinem Frauchen Schutz zu suchen. Mit meinem  Rücken kuschelte ich mich ganz nah an sie heran und versteckte mich dort. Doch sie wollte, sobald wieder die Fanfaren ertönten, lieber Fotos machen und so schaute ich ihr verdutzt dabei zu. Wie kann man in einer so gefährlichen Lage noch ans Fotografieren denken?
Echte Ritter fegten mit ihren Schlachtrossen über den Sand und wirbelten eben diesen auf. Die Ritter zielten auf Helme, Ringe und Zielscheiben und wann immer ihre Schwerter oder Lanzen trafen, gab es einen kleinen Knall. Dafür dass sich Frauchen so ein gefährliches Treiben aus der Nähe angesehen hat, dafür habe ich wirklich Respekt.

Gegen Ende des Turniers haben sich sogar ein paar Ritter mit ihren Lanzen aus dem Sattel gestoßen. Mit einer ungeheuerlichen Geschwindigkeit sind die Reiter aufeinander zu geritten und im Moment des Aufpralls flogen schon unendlich viele Splitter der Lanze durch die Luft.

Als dieses gefährliche Treiben endlich keine fotografischen Motive für Frauchen versprach, sind wir weiter über den Markt und durch das bunte Treiben gegangen. Überall gab es kleine Tavernen, die verschiedensten rustikalen Leckereien, Töpferkunst, Waren aus Leder, ritterliche Waffen oder Gewänder. So vieles davon habe ich noch nie gesehen - und vor so vielem hatte ich wirklich Angst. Frauchen hat das gar nicht interessiert, obwohl ihre Hand mit Sicherheit rot gewesen sein muss, so sehr, wie ich panisch an der Leine gezogen habe. Tonka hingegen sah ich immer nur aus dem Augenwinkel den Boden nach Fressbarem suchen. Herrchen war nachher richtig ärgerlich darüber.


Burgruine Freienfels
Aber nach einer kurzen Pause am Auto, bei der wir uns alle wieder beruhigt (und Frauchen sich aufgeregt) hatte(n), ging es nochmal über den Markt - dieses Mal mit deutlich mehr Gelassenheit und deutlich mehr Erfolg beim Einkaufen und Genießen. So schlimm war es eigentlich doch gar nicht... Was habe ich heute alles Spannendes erlebt, erschnüffelt und gesehen!

2 Kommentare:

  1. Hallo Kira,
    das war bestimmt sehr aufregend für dich. Wir können das gut verstehen. Solche Fanfaren können schon sehr laut für unsere empfindlichen Hundeohren sein. Da hätte ich auch nur weg gewollt. Für dein Frauchen und Herrchen war es bestimmt sehr interessant. Gab es denn wenigstens auch einige mittelalterlichen Leckereien für dich?
    Liebe wauzis von Emma

    AntwortenLöschen
  2. Oh, Kira. DAS hätte mir sicherlich auch fürchterliche Angst eingejagt. Besonders, wenn die Zuschauer geklatscht hätten.

    Das ist ja schon beim Flamenco so: wenn die Flamencas mit ihren beschlagenen Schuhen auf der Erde rumstampfen, dann ist für mich schon der Ofen aus... Sehr zum Leidwesen von Frauchen.

    Beim *normalen* Reitturnier klatschen die Zuschauer auch immer und das macht mir ebenso wenig Spaß wie Dir.

    Lieber Gruß
    Gipsy

    AntwortenLöschen