Aber nun zu den Geschehnissen in der Praxis... Normalerweise mache ICH immer einen Riesenlärm, wenn wir dort sind, weil ich so gerne sofort auf den Behandlungstisch springen möchte. Aber an diesem Tag war ich mal ganz kleinlaut. Ein kleiner Rüde (also wirklich ein KLEINER Hund) machte Lärm für zwei. Ständig quiekte und bellte er in den höchsten Tönen, dass es uns allen in den Ohren weh tat. Der Grund war ein anderer Hund auf dem Gang, den der Kleine wohl mal gebissen hat und das auch gerne wieder tun würde. Sein Frauchen und deren Tochter haben den Hund mit nettem Zureden zu beruhigen versucht. Sehr zu unserer Belustigung fielen Sätze wie: "Sei doch bitte mal ruhig; schau mal: die anderen Hunde machen nicht so einen Krach!"
"Weißt du, was das für ein Hund ist?" (Sie zeigte auf Tonka)
"Ja, ein Dackel!"
"Ja, aber ob das ein Kurzhaar oder ein Langhaar ist, kann ich dir nicht sagen." (AHA)
Dann kam der für mich beste Teil des Abends.
"Und was ist das für einer?" (Sie zeigte auf mich.)
"Weiß nicht..."
"Ein FOXTERRIER!", klärte die Mutter ihre Tochter auf. Wir hatten einen Spaß!
Nachdem der kleine Krawall-Hund endlich an der Reihe und damit aus dem Wartezimmer verschwunden war und mein Frauchen fast belustigt, teils verärgert endlich Ruhe hatte, wurde es wieder spannend...
Der Hund, der bis dahin noch draußen auf dem Flur wartete, kam mit seinem Herrchen herein. Dieser machte sich an dem kleinen Tisch mit den Prospekten und Werbeschriften zu schaffen. Er blätterte einige Zeitschriften durch und wollte danach die aus dem Plastikständer begutachten. Dabei fiel der Behälter mit einem fürchterlichen Krach auf den Boden, sodass alle zusammenzuckten und ich mich hinter Frauchens Stuhl so tief wie irgend möglich in die Ecke kauerte. Ich zitterte am ganzen Leib. Nur noch mit einem Auge habe ich dann gesehen, dass der fremde Hund den Tisch zu persönlichen Zwecken missbrauchte und seine individuelle Note an dem Tisch hinterließ. Wenn es dem Herrchen peinlich gewesen ist, dann hat er es gut versteckt. Ohne Tadel an seinen Hund wischte er die entstandene Pfütze mit einem Taschentuch auf und entsorgte dieses dann - sehr zu unserem Entsetzen - in den leeren Trinknapf im Wartezimmer...

Oh je... Das waren ja Erlebnisse im Wartezimmer. Frauchen mußte zuerst schmunzeln und dann ekelte sie sich: im Trinknapf Hinterlassenschaften entsorgen! Das ist ja eklig.
AntwortenLöschenAber Du erlebst immer so schöne Sachen und Dein Frauchen berichtet immer so herrlcih darüber, dass es eine Freude ist, Deinen Blog aufzuklicken!
Bis bald mal wieder!
Deine Gipsy