

War das aufregend! Ich war zum allerersten Mal im Urlaub! Schon ein paar Tage vor der Abreise war mir klar, dass irgendetwas anders war als sonst. Warum sonst würde Frauchen so viele Taschen packen und Dinge zusammensuchen?! Was aber anders war, wusste ich erst, als der Wecker um drei Uhr morgens klingelte (was an sich schon komisch ist), es danach ins voll gepackte Auto ging und schließlich ein neues, ganz kleines Häuschen bezogen wurde. Hier sah es dann ganz anders aus als zuhause, es roch anders und es gab ganz andere Dinge zu entdecken.


Christoph und Christina haben sich im Vorfeld schon Gedanken gemacht, wie ich mich denn als "furchtloser" Airedale am Strand machen werde. Aber der Strand war toll! Es war herrlich mit den Pfoten im weichen Sand zu laufen, Muscheln zu suchen wie Herrchen und Frauchen, vor dem Wasser mal wegzulaufen, mal in es hinein zu springen und in der endlosen Weite bei Sonnenuntergang zu toben! Der komische Schaum, den das Meer anspült, ist allerdings etwas, vor dem ich lieber einen ganz weiten Bogen gemacht habe. Dafür gab es aber oft viele Hunde am Strand, mit denen ich nach Herzenslust endlich herumtoben konnte. Jeder, aber auch wirklich jeder Hund wird von mir zum Spielen aufgefordert.


Tonka war diesen Urlaub ganz gerissen: Statt zu lernen, dass sie mir nicht hinterher laufen darf, weil ich das dann als Spielaufforderung verstehe, hat sie gelernt, mir hinterherzuhetzen um dafür ein Leckerchen zu bekommen. Als uns das Spiel mit dem Kommen und dann ein Würstchen kriegen einmal zu langweilig wurde, haben Tonka und ich uns zusammengetan, um in den Dünen nach spannenden Kaninchen zu suchen. Frauchen und Herrchen waren nachher nicht so erfreut darüber, aber auch froh, uns wieder zurück zu haben! Doch am nächsten Abend schon ging es wieder zu einer langen, einsamen Wanderung am Strand bei Sonnenuntergang...
Tagsüber war das Besichtigungsprogramm weniger spannend für mich, sondern eher anstrengend, ereignisreich und manchmal auch beängstigend. Zwar sind wir wirklich viel gegangen, aber leider nie an den Strand. Dafür waren wir zusammen in immer unterschiedlichen Städten unterwegs. Mal sind wir in Sluis gewesen zum Einkaufen (hier war ich richtig mutig und selbstsicher, wie Frauchen nachher anerkennend feststellte), mal in Gent (was ich als total furchtbar in Erinnerung habe: überall Menschen und vor allem bösartige Pferdekutschen!), dann mal in Brügge (was schon deutlich besser lief was die Pferdekutschen anging, dafür haben mich manchmal die Touristenboote erschreckt) und mal mit der Fähre in Vlissingen (da habe ich Frauchen wieder ordentlich überrascht, dass ich so gut Schiff fahren kann!). So im Nachhinein muss ich aber auch ehrlich zugeben, dass Gent und Brügge wirklich total schön waren. Wenn ich mich ein bisschen an alles gewöhnt habe, habe ich auch keine Angst mehr.

Während der Besichtigungstouren ist Christina nicht selten darauf angesprochen worden, ob ich denn wirklich ein Airedale sei, und das eine oder andere Mal ist sie sogar gefragt worden, ob man denn ein Foto von mir machen dürfe. Ich habe alle Blicke auf mich gezogen! Lustig war die Familie auf der Fähre, die ein wenig zu laut darüber spekulierte, ob Tonka ein Cocker Spaniel Mix sei und ich ein Fox Terrier! Aber sonst kannten mich viel mehr Menschen als in Deutschland und wir haben sogar noch einen anderen Airedale in Veere gesehen. Der war auch total lieb und ich hätte gerne länger mit ihm gespielt...
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| Brügge - Beginenhof |
Als wir einen Spaziergang rund um Sluis gemacht haben, gab es viele komische Tiere zu bestaunen. Zum Beispiel waren da Störche, Longhorns und gefährliche Schafe, die direkt am Weg eine Schneise durch das dichte Grün schlugen. Dass um die Herde ein Schäferhund herumlief und sich so nah an diese Tiere heranwagte, wunderte mich schon etwas und beim Anblick der nächsten Schafe einen Tag später war ich auch schon viel gelassener.
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| Alle meine Lieben |
Wie ich schon erzählt habe, war Autofahren für mich immer die Hölle. Aber auf der Rückfahrt von Brügge durfte ich zum ersten Mal vorne bei Frauchen im Fußraum sitzen. Das Auto stand in der prallen Mittagshitze und Christoph und Christina waren sich einig, dass in meine Box hinten im Auto zu wenig kalte Luft aus der Klimaanlage kommen würde. Ich für meinen Teil war froh über diese Entscheidung! Hier konnte ich endlich mal gucken und sehen, was Herrchen und Frauchen dort vorne immer so treiben, warum Scheiben plötzlich runtergehen und woran wir vorbei fahren. Seitdem kann ich viel besser Auto fahren!
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| Hier wollte ich auch eigentlich spielen... |
Tja, und abends nach dem tollen Strandspaziergang ging es dann wieder in das Ferienhäuschen, ich habe mein kleines Betthupferl bekommen und dann schliefen wir bald alle. Ich träumte ganz oft von vielen anderen Hunden zum Spielen am Strand... Hoffentlich fahren wir bald wieder in Urlaub!
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